Hinter der Kalendertür vom Donnerstag, den 4. Dezember 2025 steckte eine Blühwiese – konkret: eine Fledermausblühwiese – initiiert von NAJU-Ortstruppenleiterin Anja Bäthge. Stadtgärtner Norman Sengstock und sein „Green Team“ aus dem Bauamt hatten im Auftrag des Osterburger Ortschaftsrates 1.000 Blumenzwiebeln mit dabei und halfen in den Tagen davor, eine Fläche zwischen Spielplatz und Mahnmal auf dem Weinberg für die Pflanzaktion vorzubereiten.
400 Tulpen, 100 Narzissen und 500 Krokusse sollen im kommenden Jahr mit ihrer Blütenpracht Insekten anlocken und als Futterpflanzen zur Verfügung stehen. Doch damit nicht genug: "Die Stadt hat schon einige bunte Orte geschaffen. Dazu kommt ein spezieller Mix aus Stauden und Wildblumensaaten, die vorrangig von im Dunkeln schwärmenden Faltern gebraucht werden. Diese wiederum sind Beute von Fledermäusen, denen wir damit die Vielfalt ihres Speiseplanes aufmöbeln möchten", erklärt die Osterburgerin zum Vorhaben. Denn das Nahrungsangebot sei für die wichtigen Schadinsektenvertilger nicht immer üppig. Mücken allein reichen eben nicht. Und: "zudem ist es auch für uns Menschen sicher eine gesunde Wohltat die bunte Blütenpracht zu genießen."
Über den Pflanzenden zog ein Rotmilan seine Kreise – „ein gutes Zeichen, auf dass die Gruppe aus jungen Heimatliebenden wachse und gedeihe; genauso wie die neue Aussaat“, waren sich Anja Bäthge und Osterburgs Kinder- und Jugendbeauftragte Marie Weitz einig. Die NAJU ist die größte und älteste Jugendorganisation Deutschlands. In Osterburg war sie schon Anfang der 2000er aktiv. So hatten Jugendliche die Biese bei einer Kanutour entrümpelt, Hecken im Krumker Weg gepflanzt, Fischotter kartiert, Fledermausnächte organisiert und sogar eine Umfrage zum A14 Ausbau gemacht und ans Ministerium gesendet. Die damaligen Aktiven sind jetzt schon erwachsen und leben teilweise auch nicht mehr in der Altmark. "Doch es gibt bestimmt viele neue junge interessierte Jugendliche, die sich für die Natur und unsere Heimatstadt begeistern und aktiv werden wollen. Es gibt viel zu tun, packen wir's an wir für unsere Heimat", sät Anja Bäthge damit bildlich gesprochen auch den Samen für eine Wiederbelegung.
Die NAJU sei basisdemokratisch organisiert. "Es werden also immer die Themen angegangen, die den Aktiven wichtig sind. Wenn also eher Vögelgucker am Start sind dann wird das gemacht, statt Insektenhotels gebaut oder oder oder...", ist Anja Bäthge offen für jegliche Themen und gibt gerne Starthilfe. Die NAJU übernimmt dauerhaft Patenschaft für diese Fläche.
Unterstützt wird die Pflanzaktion durch Sachmittel von der SUNK (Stiftung für Umwelt und Natur). Das Stecklinge und Saatgut wurde vom Ortschaftsrat Osterburg gesponsert. Den Sand lieferte die Firma Köhler Bau. Bei den vorbereitenden gärtnerischen Arbeiten und beim Aussäen selbst ist der Grüne Bereich der Hansestadt Osterburg (Altmark) dabei.
Kontakt: Anja Bäthge, NAJU Ortsgruppenleiterin, 017670192834, anja.baethge@naju.de






